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lieven
15.01.2011

Bisher hat mich Melbourne nie mit gutem Wetter empfangen, so war es auch wieder dieses Mal.
Eigentlich ist nicht mehr viel passiert, nach den letzten 2 Monaten bin ich auch wieder froh nicht nur Freunde wieder zu sehen, sondern vor allem auch Fußball zu spielen und Abends weg zu gehen. Ab dem 22. Januar bin ich für 10 Tage in Fiji und werde dort Fabian, einem guten Freund aus Berlin, treffen und eine Woche lang Inselhopping machen.
Das Wetter in Melbourne, und wenn man Nachrichten schaut anscheinend auch an mehreren Orten in Australien, ist sehr kühl und vor allem auch sehr nass für einen australischen Sommer ;) Nach Überschwemmungen in Brisbane/Queensland (ca 1300 km Luftlinie von Melbourne entfernt) gibt es auch Überschwemmungen in Victoria. Melbourne ist bisher nicht davon getroffen gewesen.

lieven
01.01.2011

Nun ging es noch einmal nach Sydney, zu einer Zeit in der die Stadt seit Wochen von Touristen förmlich überschwemmt wird und der Sommer zur Bestform finden sollte. Wenn man am Circular Quay (dort, wo das Opernhaus steht) entlang läuft findet man vor allem auch deutsch sprachige Touristen. Nicht verwunderlich, denn ein Brasilianer, mit dem ich mich unterhalten habe, soll erfahren haben, dass zu der Zeit ca. 4 Millionen Visa für deutsche ausgestellt waren. Zur Erinnerung, Australien hat nur 20 Millionen Einwohner.
In Sydney gibt es wohl viele Parties und Veranstaltungen, von denen die meisten für normale Menschen, wie mich wahrscheinlich unbezahlbar waren. Daher zieht es die Meisten Touristen auch eher zu Orten an denen man die Harbour Bridge gut im Blick hat. Wir sind schon um 11 Uhr direkt zum Opernhaus gegangen und wie es sich gezeigt hat, sollte man mit ausreichend Verpflegung und Sonnenschutz so früh wie möglich dort hin gehen, um sich Plätze zu sichern, auch wenn es eher ein Massenpicknick war, als ein Menschenauflauf, wie ich es vom Brandenburger Tor gewohnt bin. Man hat dann natürlich auch eine Menge Zeit sich mit anderen Leuten zu unterhalten oder einen Strandtag ohne Meer zu verbringen.
Erst am nächsten Morgen, als ich im TV einen Bericht über die Vorbereitungen der Silvesterparty in New York gesehen habe ist mir aufgefallen, dass die Verantwortlichen in Sydney mehr Angst vor Alkohol und Glasflaschen haben, als vor Waffen, denn ich habe nicht mitbekommen, dass man Leibesvisitationen gemacht hat, geschweige denn Hunde zum erschnüffeln von Sprengstoff oder Scharfschützen auf den Dächern eingesetzt hat. Wer jedoch Alkohol hinein “schmuggeln” will, sollte dich besser vorbereiten, als ein paar Touristen vor mir in der Schlange zur Rucksackkontrolle (zufälliger Weise waren es Deutsche :P ), die Wein in eine PET Wasserflasche abgefüllt hatten und auf Anfrage meinten es wäre Cola.
Manche Kontrolleure kontrollieren gründlich, manche eher oberflächlich. Wenn man sich nicht, wie Karla, unbemerkt an den Kontrolleuren vorbeischummeln kann und auffliegt (wie ich :( ) lohnt es sich, einfach mal 20 meter weiter zu gehen. Dort war ein weiter Eingang, der nicht nur viel leerer war, sondern auch nicht ganz so strenge Kontrolleure hatte.
Eine andere Möglichkeit wäre einfach nur Vodka in Wasserflaschen zu füllen (wer hätte das gedacht). Am besten noch eine “Testflasche” zum riechen. Getränkebecher von McDonald’s wurden soweit ich das gesehen habe auch nicht kontrolliert ;) .
Ein Musikprogramm gab hier jedoch leider nicht, doch wir hatten Glück, denn direkt hinter dem Geländer an dem wir Standen ist ein tiefer gelegenes Restaurant oder eine Bar, welche eine Mottoparty (70er Disco) veranstaltet hat. Kostenlos für uns, um die 300$ für die, die unten standen ;) Dem Manager hat unsere kostenlose Unterhaltung sichtlich nicht ganz so gefallen, aber wer hätte denn denken können, dass die Menschen von oben herunter gucken können.
Das Feuerwerk war natürlich sehr gut und eindrucksvoller, als man es im TV gesehen hat. Es hat sich vor allem auch gelohnt so lange dafür zu warten.

lieven
29.12.2010

Nun, Tasmanien ist eine Insel mit viel abwechslungsreicher Natur. Erst ist man im Teletubby Land mit vielen mit Gras bewachsenen Hügeln, will man dann Richtung Nord-Osten, durchquert man ein recht gebirgiges Gebiet und kommt schließlich in einem Regenwald an. Überall gibt es zudem noch Nationalparks und, wie die Straßen schon vermuten lassen haben, gibt es dort sehr viele Tiere, vorrangig Wallabies und Wombats. Die ersten Tage jedoch waren sehr Kühl, da wir entweder etwas höher gelegen waren oder direkt an der Ostküste, die als sehr kalt und feucht gilt (daher auch der Regenwald, der seinen Namen schon verdient).
Beeindruckend waren nicht nur die Tiere oder die Landschaft sondern auch die Menschen die dort Leben. Von Hertz haben wir eine Straßenkarte bekommen und dort scheinen manche Dörfer schon als größere Ortschaften, wenn man aber erst einmal durchfährt wird man jedes mal daran erinnert, dass selbst Orte mit 10000 Einwohnern eine sehr große Stadt in Tasmanien wären. Viele Orte, vor allem im Zentrum der Insel, liegen sehr abgeschieden und für den Wöchentlichen Großeinkauf muss man schonmal 20km, vielleicht auch noch weiter, fahren, da im eigenen Dorf und in den Nachbardörfern sonst nur eine Tankstelle mit dem nötigsten existiert. Breitband Internet gibt es aber auch dort schon seit einigen Jahren.
Nachdem wir in zwei Nationalparks durch Eukalyptus Wälder, mit teils mehreren hundert Jahren alten und zig meter hohen Bäumen, hindurch und einen Berg (immerhin 1300m ) herauf gewandert sind kamen wir pünktlich zum heiligen Abend im Fischerdorf Strahan im Osten Tasmaniens an, in dem wir 2 Nächte blieben. Weiter Richtung Norden an den Henty Dünen vorbei, an denen man super Sandsurfen oder auf denen man sich auch super verlaufen konnte, kamen wir in den nächsten Nationalpark. Naja eigentlich ist das nur der Nordeingang eines Nationalparks in dem wir schon vorher gewesen sind, der ist halt nur etwas größer. Am Abend war es dann auch schon so weit: Wir haben die ersten Wombats gefunden. Zur Abenddämmerung kamen sie aus ihren Erdlöchern gekrochen, um sich ihre kugelrunden Bäuche vollzufuttern, doch in dieser Gegend war es recht schwierig, die perfekt als Busch getarnten Fellkugeln zu entdecken. Und bewegte sich dann doch mal ein Busch in der Ferne war es oft auch nur eine Art Huhn.
Am nächsten Morgen gab es dann doch noch eine Überraschung, die sich schon am Abend zuvor abgezeichnet hatte: Schnee!! ja, mitten im Sommer in Tasmanien wurde der Nationalpark völlig eingeschneit. Hatte ich dieses Jahr doch ein fast vollständiges Weihnachten: Schnee, heilig Abend, ein paar kleine Geschenke und Wham. Nachdem wir noch eine Runde durch die selbe Gegend mit einer völlig anderen Landschaft gelaufen sind haben wir uns entschieden schnellst möglich in den Norden zu fahren, wo wir zum Glück den Sommer wieder gefunden haben.
Im Narawntapu Nationalpark, direkt am Meer, konnte man neben noch mehr Wombats, noch mehr Wallabies theoretisch auch noch Tasmanische Teufel sehen, aber nur wenn man Glück gehabt hätte. Durch eine Krankheit wurde der bestand leider sehr stark dezimiert, und es ist sehr schwer, da sie auch noch sehr scheu sind, die Teufel zu erblicken. Zur “Entschädigung” konnte man sie jedoch Nachts mit ihrem Typischen teuflischen Gekreische (weshalb sie auch ihren Namen haben) hören.
Die restlichen zwei Tage in Tasmanien sind wir vom Nördlichen Narawntapu NP durch Launceston, der zweitgrößten Stadt Tasmaniens, der wesentlich wärmeren Westküste entlang, mit Abstecher zum Freycinet NP und der Wineglas Bay (Weinglas Bucht) und zu einer deutschen Auswanderin, die wir im Narawntapu NP getroffen hatten, wieder nach Hobart gefahren, wo wir leider die Einfahrt der Segelschiffe des Sydney Hobart Yacht Race verpasst haben.

lieven
25.12.2010

Tja, irgendwie sind auch hier die Leute der Weihnachtsstimmung verfallen, zumindest kommt es mir so vor. Wir “feiern” zzt im Westen Tasmaniens in Strahan. Der weiße Sand der Henty Dünen hat mich am meisten an Schnee erinnert.
Ach ja, dummerweise entkommt man selbst hier nicht dem ach so wunderbaaaren Weihnachtsklassiker von Wham. Seis drum, etwas haben wir auch gefeiert und habt hoffentlich ein wunderbares Fest zu Hause ;)

p.s. Fotos und weitere Berichte zu Tasmanien folgen frühestens am 30. Spätestens wenn ich zu Hause bin.

lieven
23.12.2010

Um die Tradition fortzuführen, hier nun der Nummernschildspruch für Tasmanien: Tasmania – the roadkill state.
Etwas, was gleich auffällt, wenn man in Tasmanien mit Auto fährt ist, dass hier mehr tote Tiere liegen, als in Norddeutschland. Ob das nächtliche Fahrverbot außerhalb der “Städte” damit zusammen hängt? ;)

lieven
21.12.2010

Nach einer kurzen Erholungspause, nachdem Sandra wieder abgereist ist, hat Karla an meiner Haustür geklingelt (ich habe gar keine Klingel). Nach einer zweitägigen Gewöhnphase an Australien (eher an die Zeit, weniger an das Klima) war unser geplantes Ziel Tasmanien und wir sind dann heute nach einem kurzen Flug in Hobart angekommen, doch nun hat auch noch Murphy’s Gesetz voll zugeschlagen. Zuerst wurde Karla’s Gepäck in Dubai “vergessen” und wurde erst gestern nach 2 Tagen nachgeschickt, dann haben wir auch noch mitbekommen, dass aus dem Gepäck noch einige Sachen gestohlen wurden (u.a. mein Werder Trikot von zu Hause und ein paar Weihnachtsgeschenke :( ) und nun das noch: Die Buchung für unser Auto wurde nachträglich zurückgewiesen und der Anbieter (nicht der Autovermieter) hat nichts Bescheid gesagt. Das heißt wir sind bekamen kein Auto, weil wir im System nicht gefunden wurden und alle anderen Autovermieter waren auch ausgebucht. Tolle Wolle. Also Tipp: Wirklich weit voraus buchen. Einige Wochen reicht oft nicht.
Zu allem Überfluss hat der Winter in Tasmanien, wie im Melbourne wieder einzug gefunden. Aber alles nicht so schlimm, denn auch wir hatten ein kleines Happy End, denn anscheinend wurde eine Buchung storniert welches wir dann nehmen konnte. Zwar war der erste Tag schon vorbei, aber es ging ja noch halbwegs gut.
Übernachten werden wir auf einer art Hotel Farm in Richmond und morgen geht es dann los in Richtung Nationalparks.

lieven
09.12.2010

Kaum hatten wir die grenze zu Victoria überschritten fing es an: Ein einziger riesen Regenguss überflutete Wiesen und, zu meiner eigenen Belustigung, auch die Straßen. Sandra dagegen hatte wohl angst, dass das Auto absäuft oder von den Fluten mitgerissen wird ;) Nein es war auch sehr gefährlich, denn die erste “Pfütze” wurde gerade erst vor unserer Ankunft von einem Schild gekennzeichnet (welches auch nur 100m davor Stand) und auf der Straße wären 110 km/h erlaubt. Aber wir sind doch gesund zu Hause angekommen. Am nächsten Tag haben wir dann gleich die gefühlte nahezu menschenleere (zumindest im Vetgleich zu Sydney) Innenstadt genossen.

lieven
06.12.2010

Zunächst ersteinmal: Endlich haben wir _lebende_ Kangaroos gesehen. Zwar waren sie etwas weiter weg und kaum zu fotografieren, doch nachdem auf der Strecke Adelaide-Sydney wieder einige Roadkills auf den Roadkillkoch warteten war das schon etwas besonderes. Die Blue Mountains, nicht weit weg von Sydney, ist eine Berggegend bedeckt mit riesigen Eukalyptus Wäldern. Der Name “Blue Mountains” kommt daher, dass die Eukalyptus Bäume sehr ölig sind und dieses Öl verdampft. Dieser Öldunst schimmert, wenn man von weitem guckt, blau, ist aber auch von der Sonne leicht entzündlich. Die Blue Mountains bieten eine Menge toller Aussichten und sind auf jedenfall für jeden, der zufällig mal in der Ecke ist, eine Reise wert (auch Wanderer). Im Megalong Valley (ja, das heisst so und ist auch Megalang ;) ) haben wir uns dann bei Beginn der Dämmerung auf Kangaroo jagt begeben. Komischerweise gibt es in dem großen Eukalyptuswald kaum Koalas. Die Roos sind leider sehr scheu, denn beim Versuch sich heranzuschleichen suchten sje gleich das Weite (ich war doch etwas zu laut).

lieven
05.12.2010

Ja eindrucksvoll hat uns Sydney gleich mal gezeigt wo die ganzen Mautstraßen sind. Die Stadt ist groß und hat eine beeindruckende Lage mit mehreren “Naturhäfen” (oder wie man das nennen mag) die ins Stadtgebiet herein ragen. Dazu ist es noch sehr hügelig was dazu wohl beigetragen hat, dass Sydney’s Straßen sehr kurvig und eigentlich das absolute Gegenteil von Melbourne’s Straßen sind. Hinzu kommt dass die Stadt sehr voll ist und wir dadurch ungewollt gleich 2 Tage hintereinander auf eine Mautstraße geleitet wurden. Der Trip über die Harbour Bridge hat sich aber schon gelohnt.
Das Stadtzentrum selber ist auch eher das Gegenteil von menschenleer und wenn man gerade ca 1500 km durch die Pampa gekurvt ist und nur selten eine Menschenseele getroffen hat (bis auf die Mc D’s high socienty) dann ist das doch sehr extrem und ungewohnt. Seltsamerweise ist der ruhigste Platz in der Innenstadt ausgerechnet direkt hinter der Oper. Bis auf ein paar Jogger (und uns) trauen sich wohl kaum Touristen hin.
Nachts wird es auch nicht viel besser. King’s Cross, die wohl bekannteste “Club Gegend” Australiens, war ein einziges buntes Menschen, Lichter und Geräuschmeer, wo sich gefühlt das ganze Nachtleben Sydneys abspielt (zumindest aber das meiste und bewegteste).
Die Vororte sind, wie auch sonst üblich, bebaut mit kleineren, meistens Einfamilienhäusern. Zusammen mit den Hügeln, den “Naturhäfen” und der reichlichen Vegetation ergibt das einen wunderbaren Ausblick. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie Teuert dort ein Haus mit Meerblick ist. Sogar die Parkhäuser in der Innenstadt kosten um die 72$ für 3 Stunden … Uff, doch lieber weiter weg parken ;)

lieven
05.12.2010

Fast jeder Staat hat einen tollen Spruch auf dem Autokennzeichen. Victoria ist “the place to be” ´, manchmal auch “the garden state”, South AUstralia ist “the festival state” und Queensland “the sunshine state” nur in New South Wales haben die Autos meist keinen Spruch. Doch wir haben einen gefunden: “the police state”
Nicht nur weil wir die immense Polizeipräsenz schon in der Pampa, gleich nachdem wir die Grenze überschritten haben, bemerkt haben, nein, denn gleich am ersten Tag kamen wir in 3 oder 4 Kontrollen (Pusten und Führerschienkontrolle). Eine Nacht haben wir dann in Wollongong verbracht, einer anscheinend auf Tourismus ausgelegten Stadt die im Winter anscheinend tot sein muss. Oder fast, denn Fabriken gibt es da auch. Am morgen danach war ich endlich mal, das erste mal seit Jahren, im offenen Meer schwimmen. Es war eigentlich Surfwetter, denn DIE Wellen könnte ein Wellenbad fast nicht mehr Hinbekommen. (Muss ich mich vorher nochmal beim Bademeister meines Vertrauens erkundigen, aber schon ab einigen Metern im Wasser war die Welle etwas höher als ich).
Ach ja, 18 km/h zu schnell kosten $211 ;)

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