Freizeit
lieven
15.01.2011

Bisher hat mich Melbourne nie mit gutem Wetter empfangen, so war es auch wieder dieses Mal.
Eigentlich ist nicht mehr viel passiert, nach den letzten 2 Monaten bin ich auch wieder froh nicht nur Freunde wieder zu sehen, sondern vor allem auch Fußball zu spielen und Abends weg zu gehen. Ab dem 22. Januar bin ich für 10 Tage in Fiji und werde dort Fabian, einem guten Freund aus Berlin, treffen und eine Woche lang Inselhopping machen.
Das Wetter in Melbourne, und wenn man Nachrichten schaut anscheinend auch an mehreren Orten in Australien, ist sehr kühl und vor allem auch sehr nass für einen australischen Sommer ;) Nach Überschwemmungen in Brisbane/Queensland (ca 1300 km Luftlinie von Melbourne entfernt) gibt es auch Überschwemmungen in Victoria. Melbourne ist bisher nicht davon getroffen gewesen.

lieven
31.10.2010

Gefühlt ist das Oktoberfest mindestens in den Top 5 der meist gefeierten Feste – zumindest in Melbourne – gleich nach Weihnachten und dem Nationalfeiertag. Aber das ist auch eine recht gute Mischung, denn Australier lieben es “zu feiern” und wenn sie mal durch Europa reisen sind sie meistens auch auf dem (echten) Oktoberfest. Oder wer kennt das nicht in Berlin, Simon-Dach-Straße, Samstag Nacht, eine Horde gröhlender Betrunkene kommt einem entgegen … und sie sprechen Englisch. Ob sie nun von der kleinen oder großen Insel kommen ist egal, denn in den Augen der meisten Engländer als auch Australier ist Deutschland u.a. auch das Land des Alkohols/Biers. Das wird hier auch sehr gerne gefeiert, auch wenn man Abends mit einem knallroten Kopf in die Übung hereinstolpert.
Australier ziehen sich dann gerne auch wie ein Bayer an, oder so ähnlich. Meistens sieht das dann eher aus wie Robin Hood oder Peter Pan … oder irgendetwas dazwischen ;)
Deutsches Essen gibt es oft auch, zwar nicht gerade eine Haxe aber dennoch “australisierte” Bratwurst (mit Zwiebeln oder Sauerkraut – ja wir heissen ja nicht umsonst “Krauts” ;) ) Kartoffelpuffer oder Leberkäse in “Kaiserroll” (Kaisersemmel). Und das aller wichtigste: deutsches Bier ;)
Prost!

lieven
06.10.2010

Heute hatte ich meine erste spinnige Begegnung! Nachdem der Abend sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist, der ganze Tag über mich eher an Nordengland, als Australien erinnert hat und ich nach Hause gelaufen geschwommen hatte ich sie gesehen. Itsy Bitsy … die sich vor dem Regen in unserem Flur an der Decke in Sicherheit gebracht hat. Das war ihr Pech, denn gleich stürmten die Chinesen mit einem Mop heran und haben sie halb zerdrückt. Menschlich wie ich bin habe ich sie natürlich auch gleich erlöst (Stichwort Nussschale).
Komisch nur, dass meine Asiatischen Mitbewohner immer übers Essen geredet haben … natürlich aus Spaß … oder?

Spinne, ganz sicher verpackt.

Spinne, ganz sicher verpackt.

lieven
31.08.2010

Ja, am Wochenende war wahrscheinlich das letzte Spiel der Saison für mich. Eigentlich war es schon eine Woche davor aber dieses Spiel wurde verschoben und nun nachgeholt. Und genau bei diesem Spiel habe ich es geschafft mein erstes Saisontor zu schießen köpfen. Da ich eigentlich Verteidiger spiele ist das dieses mal schon etwas besonderes für mich nach 8 Jahren das erste Tor gemacht zu haben :P
Und was für Fußball das Ende bedeutet, bedeutet den Beginn der Cricket Saison (langweilig :P ). Böse Zungen behaupten ja, dass man Cricket nur im Sommer spielen kann, weil man im Winter eher erfrieren würde; was einige Inder/Pakistaner/Sri Lankaner/etc … an einem schönen “Wintertag” trotzdem nicht davon abgehalten hat. Bewegt haben die sich dann trotzdem nicht oft. Cricket steht, dank Commonwealth und der Nähe zu England, dennoch weit oben in der Beliebtheitsskala, anscheinend sogar höher, als europäischer Fußball und so weit, dass auf jedem Rasenplatz den ich gesehen habe man auch einen schönen Kunstrasenstreifen fürs Cricket findet (nach einer Regnerischen Fußballsaison mit viel Gepflüge und Gegrätsche ist das meist auch so gut wie der einzige grüne Fleck auf dem Platz). Jedenfalls macht es nicht besonders viel Spaß da drauf Fußball zu spielen, so dass man dort auch auf Tackling und Grätschen verzichtet ;) .
In Australien wird auch sonst nicht so genau auf die Ebenheit von Fußballplätzen geachtet. Wo man in Deutschland überall mit der Wasserwaage feststellt, dass der Platz zu 100% Eben ist sind die Cricket Kunstrasenstreifen oftmals etwas erhaben, so dass es von weitem aussieht wie ein riesiges, frisches Grab (ohne Grabstein). Ich wurde sogar schon gefragt, warum in Deutschland der Rasen immer so grün ist, obwohl es dort doch viel kälter ist. Ich glaube das ist der Trick … und vielleicht das Geld, aber nein … eher das Wetter. :P

Auch wenn man den Winter mit dem deutschen Winter überhaupt nicht vergleichen kann – wenn man Schnee sehen will muss man in die Australischen Alpen fahren (ja, sowas gibts hier auch) – bin ich froh, dass der bald sein Ende findet. Auch wenn sich die Temperaturen selten dem Gefrierpunkt nähern kann es passieren, dass man mitten im Juli Weihnachtsstimmung bekommt … vor allem, wenn jemand in der Lerngruppe auf die Idee kommt ‘ne Zimtstange in den Kaffee zu stecken. Mit etwas “Stille Nacht” ist es dann perfekt, Weihnachten im Juli.

lieven
29.05.2010

Kitchencoding Australia Edition
Es ist fast geschafft. Das erste Semester ist fast um, in 2 Wochen fängt die Prüfungszeit. Letzte Woche hatte ich aber noch einen tollen Belegarbeitsmarathon. Nun ist es zeit sich über die sagenhaften 3 Wochen Ferien Gedanken zu machen. Da hier zur Zeit Winter ist lohnt sich das Reisen eigentlich nicht so. Aber ich werde trotzdem erstmal mein Fahrrad flicken (endlich). Die Umgebung habe ich bisher nur in vollen Zügen genossen (haha) …
Aber etwas anderes wird mich viel mehr binden diese Ferien. In Australien gibt es nämlich eine fiese Alkoholsteuer, das heißt ein 6er Pack “Bier” kostet mindestens 15$ (ca 10€), richtiges Bier aus Deutschland mindestens 20$, teils aber auch 30$. In Supermärkten gibt es hier aber “Home Brew” Rohstoffe zu kaufen und Starterkits. Das bedeutet ich will versuchen mein eigenes Bier zu brauen :P . An dieser Stelle nochmal Danke an Sandra für das tolle Buch :D
Ja und nun habe ich es auch endlich geschafft eine dicke Bettdecke zu kaufen. Sie wird meine Sommerdecke für die nächsten Monate dann ersetzen/unterstützen.
sehr lufitges Haus
Eines sollte man wissen, wenn man den Winter im Süden Australiens verbringt: Die meisten Häuser haben keine Heizung und sind sehr schlecht isoliert. Die meisten Leute kaufen sich dann für den Winter dicke Decken, wie ich, bzw auch mobile, elektrische Heizungen. Diese lassen dann auch die Stromrechnung in die Höhe schießen im Winter. Wer klug ist (also ich nicht, bei der nächsten Wohnung vielleicht ;) ) der schaut sich natürlich auch nach einer Wohnung um, wo die Nebenkosten schon in der Miete enthalten sind.

lieven
20.04.2010

Selbst als ein Vorstadtberliner muss man mal in Melbourne die Berlin-Bar besucht haben. Die liegt übrigends in China Town, wie auch das Hofbräuhaus. Es scheint wohl eine recht günstige Gegend zu sein…
Naja die Bar ist jedenfalls recht lustig, denn sie ist aufgeteilt in Ost und West. Der Westen ist eher prunkvoller und schicker eingerichtet. Im Osten (wo ich natürlich gesessen habe) hatte alles einen sehr militärischen Touch. Die Decke wurde mit einem Tarnnetz bespannt und es standen überall Doppelstockbetten (australische) herum mit Militärbettwäsche und -decken (Bundeswehr, nicht von der NVA). Entweder gab es einfache Tische und Stühle oder alte Badewannen wurden als Tische umfunktioniert (mit einer Kunststoffplatte, damit das Bier nicht umkippt). Auch eine Fototapete vom Schloß Neuschwanstein konnte man auf dem Klo bewundern und an der Tür für naja, M und W halt, waren schöne Textilbilder, gestrickt waren sie glaube ich (wohl eher ostdeutsch). Diese kamen mir auch von der Art her bekannt vor, so etwas habe ich auch schonmal gesehen. Die Mauer durfte im Ostteil natürlich auch nicht fehlen, auch wenn sie bemalt war (sogar teils auf englisch). Naja jedenfalls find ich es lustig wie das Klischee von Berlin so bei den Australiern aussieht. Bilder wollte und konnte ich leider keine schießen, da ich meine Kamera nicht dabei hatte.

lieven
14.04.2010

Nur wenige Wochen nach Studienbeginn sind die ersten Belegarbeiten fällig. Zeit für Nachtschichten und Colaparaden. Bei mir hat sich in den letzten Wochen wenig getan, ich habe viel zu schreiben (und zu fluchen).
Durch die Zeitumstellung sind es nun aber auch nurnoch 8h Unterschied nach Deutschland, was das morgendliche Skypen quasi unmöglich macht. Naja ok 7 Uhr hatte ich eigentlich vorher auch nie lust aufzustehen.
Dafür habe ich nun regelmäßig Fußballtraining, ich bin nämlich dem Uni Fußball Club beigetreten. Warum kein Footie oder Rugby? Vielleicht liegts am Mißtrauen ins australische Gesundheitssystem, ich weiss nichtmal was so ein Beinbruch kostet. Nachdem ich die Leute da gesehen habe, habe ich nämlich Angst um meine zerbrechlichen Knochen ;) Außerdem ist es auch nicht so prickelnd im Sommer mit Gips rumzulaufen.
Vielleicht wechsel ich nächste Saison zum Footie, wenn ich durchs Training bisschen fitter geworden bin. Aber erstmal hat bei uns die Saison angefangen, das heisst meine Freizeit wird erstmal gut ausgenutzt.
Es dauert aber auch nicht mehr lange bis die nächsten arbeiten fällig sind und dann die Prüfungen anstehen, danach habe ich auch erstmal 2 Wochen frei.
Die Zeit vergeht hier recht schnell, weswegen ich auch froh bin mich nicht nur für ein Semester in Australien beworben zu haben.

lieven
31.03.2010

Sonntag war ja leider kein erfolgreicher Tag für die Deutschen. Und ich hab nicht einen vernünftigen Crash live miterlebt, dabei habe ich mich mit Leonardo gleich hinter der ersten Kurve platziert (falls ihr mich gesehen habt, der mit den blonden Haaren ;) ), aber anscheinend hätte ich davor stehen sollen. Naja laut war es auf jeden fall und eine Menge zu sehen gabs auch, denn das war keine reine F1 Veranstaltung sondern es fuhren noch einige andere Leute Rennen.

Formel 4, V8 Supercars (ähnlich wie DTM?) mit einer Menge Holdens (das australische Opel) und Fords und noch paar andere Rennen, die ich aber nicht so mitbekommen habe. Von der Lautstärke her hat jedoch F1 alle übertroffen. Naja eigentlich fast alle, denn einen Kampfjet gabs neben anderen Flugeinlagen auch zu sehen. Leo meinte aber das zeigen die jedes Jahr (er war das letzte Jahr schonmal da). Am Ende ist er (der Jet) senkrecht in den Himmel geflogen, über die Wolken, von denen es ja eine Menge gab, und ist nicht mehr wieder gekommen. Sicherlich zum Mutterschiff geflogen.

“Bier” gabs jedenfalls auch und echte deutsche Bratwurst, oder Bratwurst wie aus Deutschland. Denn von den tausenden deutschen, die nach Melbourne ausgewandert (geflohen) sind war auch ein Fleischer dabei, der hier ein Geschäft aufgemacht hat und jedes Jahr einen Stand im Albert Part bei der Formel 1 hat.
Somit hat Leo die erste echte Bratwurst seines Lebens mit deutschem Senf gegessen. Komischerweise machen sich viele Australier noch Sauerkraut und/oder Zwiebeln auf die Wurst. Scheint für sie extrem original deutsch zu sein. Habe ich zumindest noch nie in Deutschland gesehen. In Australien kann man aber so die Deutschen erkennen, denn keiner von denen die vor mir Standen hat sich sowas auf die Wurst schmieren lassen ;) .

Am Ende des Rennens wollten dann alle auf einmal auf die Strecke, um zur Siegerehrung zu rennen. Doch wie 90% der anderen Besucher habe ich nurnoch ein leeres Podium erblicken können, denn mit Ehrung und Champagnerdusche waren die schneller fertig, als ein Tennisspieler in der Besenkammer. In den Boxen konnte man danach noch den ein oder anderen Fahrer sehen, wenn man den gute Augen hätte. Am Abend gab es dann noch ein Konzert von einer Band die ich nicht kannte aber es reichte um mit paar Bekannten auf der Wiese zu sitzen und über europäischen Fußball zu reden.

(leider konnte ich nicht so viele Fotos vom Rennen schießen, weil die Autos zu schnell waren. Bremsen wollte auch keiner)

An die Kommentatoren und Kommentatorinnen vom letzten Beitrag:
Ich habe nie gezwinkert, als Schumi kam! Aber eine Deutschlandfahne hatte ich leider nicht, und beim Rennen hat die sage und schreibe 25$ gekostet (bei < 1$ Produktionskosten).
Grüße konnt ich auch keine abschicken, weil es schwer war in Sekundenbruchteilen einen ganzen Satz unterzubringen. Und verstanden hätte er mich auch nicht bei “Schö” “ne” “grü” “ße” “aus” “schla” “nd”. Wäre jedenfalls sehr schwer gewesen. Nächstes mal mal ich ihm ein Plakat und such mir nen kreischendes Groupie damit Schumi das mitbekommt.