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Nun, Tasmanien ist eine Insel mit viel abwechslungsreicher Natur. Erst ist man im Teletubby Land mit vielen mit Gras bewachsenen Hügeln, will man dann Richtung Nord-Osten, durchquert man ein recht gebirgiges Gebiet und kommt schließlich in einem Regenwald an. Überall gibt es zudem noch Nationalparks und, wie die Straßen schon vermuten lassen haben, gibt es dort sehr viele Tiere, vorrangig Wallabies und Wombats. Die ersten Tage jedoch waren sehr Kühl, da wir entweder etwas höher gelegen waren oder direkt an der Ostküste, die als sehr kalt und feucht gilt (daher auch der Regenwald, der seinen Namen schon verdient).
Beeindruckend waren nicht nur die Tiere oder die Landschaft sondern auch die Menschen die dort Leben. Von Hertz haben wir eine Straßenkarte bekommen und dort scheinen manche Dörfer schon als größere Ortschaften, wenn man aber erst einmal durchfährt wird man jedes mal daran erinnert, dass selbst Orte mit 10000 Einwohnern eine sehr große Stadt in Tasmanien wären. Viele Orte, vor allem im Zentrum der Insel, liegen sehr abgeschieden und für den Wöchentlichen Großeinkauf muss man schonmal 20km, vielleicht auch noch weiter, fahren, da im eigenen Dorf und in den Nachbardörfern sonst nur eine Tankstelle mit dem nötigsten existiert. Breitband Internet gibt es aber auch dort schon seit einigen Jahren.
Nachdem wir in zwei Nationalparks durch Eukalyptus Wälder, mit teils mehreren hundert Jahren alten und zig meter hohen Bäumen, hindurch und einen Berg (immerhin 1300m ) herauf gewandert sind kamen wir pünktlich zum heiligen Abend im Fischerdorf Strahan im Osten Tasmaniens an, in dem wir 2 Nächte blieben. Weiter Richtung Norden an den Henty Dünen vorbei, an denen man super Sandsurfen oder auf denen man sich auch super verlaufen konnte, kamen wir in den nächsten Nationalpark. Naja eigentlich ist das nur der Nordeingang eines Nationalparks in dem wir schon vorher gewesen sind, der ist halt nur etwas größer. Am Abend war es dann auch schon so weit: Wir haben die ersten Wombats gefunden. Zur Abenddämmerung kamen sie aus ihren Erdlöchern gekrochen, um sich ihre kugelrunden Bäuche vollzufuttern, doch in dieser Gegend war es recht schwierig, die perfekt als Busch getarnten Fellkugeln zu entdecken. Und bewegte sich dann doch mal ein Busch in der Ferne war es oft auch nur eine Art Huhn.
Am nächsten Morgen gab es dann doch noch eine Überraschung, die sich schon am Abend zuvor abgezeichnet hatte: Schnee!! ja, mitten im Sommer in Tasmanien wurde der Nationalpark völlig eingeschneit. Hatte ich dieses Jahr doch ein fast vollständiges Weihnachten: Schnee, heilig Abend, ein paar kleine Geschenke und Wham. Nachdem wir noch eine Runde durch die selbe Gegend mit einer völlig anderen Landschaft gelaufen sind haben wir uns entschieden schnellst möglich in den Norden zu fahren, wo wir zum Glück den Sommer wieder gefunden haben.
Im Narawntapu Nationalpark, direkt am Meer, konnte man neben noch mehr Wombats, noch mehr Wallabies theoretisch auch noch Tasmanische Teufel sehen, aber nur wenn man Glück gehabt hätte. Durch eine Krankheit wurde der bestand leider sehr stark dezimiert, und es ist sehr schwer, da sie auch noch sehr scheu sind, die Teufel zu erblicken. Zur “Entschädigung” konnte man sie jedoch Nachts mit ihrem Typischen teuflischen Gekreische (weshalb sie auch ihren Namen haben) hören.
Die restlichen zwei Tage in Tasmanien sind wir vom Nördlichen Narawntapu NP durch Launceston, der zweitgrößten Stadt Tasmaniens, der wesentlich wärmeren Westküste entlang, mit Abstecher zum Freycinet NP und der Wineglas Bay (Weinglas Bucht) und zu einer deutschen Auswanderin, die wir im Narawntapu NP getroffen hatten, wieder nach Hobart gefahren, wo wir leider die Einfahrt der Segelschiffe des Sydney Hobart Yacht Race verpasst haben.
Um die Tradition fortzuführen, hier nun der Nummernschildspruch für Tasmanien: Tasmania – the roadkill state.
Etwas, was gleich auffällt, wenn man in Tasmanien mit Auto fährt ist, dass hier mehr tote Tiere liegen, als in Norddeutschland. Ob das nächtliche Fahrverbot außerhalb der “Städte” damit zusammen hängt?
Zunächst ersteinmal: Endlich haben wir _lebende_ Kangaroos gesehen. Zwar waren sie etwas weiter weg und kaum zu fotografieren, doch nachdem auf der Strecke Adelaide-Sydney wieder einige Roadkills auf den Roadkillkoch warteten war das schon etwas besonderes. Die Blue Mountains, nicht weit weg von Sydney, ist eine Berggegend bedeckt mit riesigen Eukalyptus Wäldern. Der Name “Blue Mountains” kommt daher, dass die Eukalyptus Bäume sehr ölig sind und dieses Öl verdampft. Dieser Öldunst schimmert, wenn man von weitem guckt, blau, ist aber auch von der Sonne leicht entzündlich. Die Blue Mountains bieten eine Menge toller Aussichten und sind auf jedenfall für jeden, der zufällig mal in der Ecke ist, eine Reise wert (auch Wanderer). Im Megalong Valley (ja, das heisst so und ist auch Megalang
) haben wir uns dann bei Beginn der Dämmerung auf Kangaroo jagt begeben. Komischerweise gibt es in dem großen Eukalyptuswald kaum Koalas. Die Roos sind leider sehr scheu, denn beim Versuch sich heranzuschleichen suchten sje gleich das Weite (ich war doch etwas zu laut).
Wer auf der Strecke auf ein Hostel (oder hier eher Motel/Hotel/Cabins) verzichten möchte und im Auto schläft sollte unbedingt die Tür geschlossen halten, egal wie schwül es im Auto ist und egal, ob man vorher Knoblauch Salami im Auto gegessen hat (und daher öfters Aufstößt). Es gibt Streckenweise recht häufig Rastplätze, die aber alle direkt an einem Creek oder Tümpel liegen (eine australische Idylle?) und daher die Ideale Brutstätte für blutsaugende Ungetüme bilden. Ein Mückengitter für das Auto wäre hier wohl angebracht gewesen. Da wir, obwohl die Türen nur einige wenige Sekunden geöffnet waren, weil Sandra keine Luft mehr bekommen hat (siehe Knoblauch Salami), so um die 20 blutdurstigen Mücken/Bestien im Auto hatten, waren wir gezwungen nach einem neuen Rastplatz Ausschau zu halten, um einen neuen Anlauf zu nehmen … mit geschlossener Tür.
Wenn ich den ersten Abschnitt nach Sydney in 3 Worte beschreiben müsste wären es Pampa, Hitze und Heuschrecken. Ich habe das erste mal einen rollenden Busch live gesehen, so, wie man sie aus Western kennt, und das einzige Wildtier war ein Roo … tot, leider. Vielleicht sehen wir morgen ein paar lebendige, wenn wir gleich frühs aufstehen. Jedenfalls ist die Geräuschkulisse so 190 km vor Wagga Wagga (ja, das ist ein Ortsname) nicht übel aber da wir gerade neben einem Tümpel rasten gibt es diese Nacht fürterlich viele Mückenstiche. Hauptsache eine Toilette (Plumpsklo) für die Dame steht da
. Das Auto sieht von vorne aus wie ein Schlachtfeld. Da war der Heuschreckenschwarm im Film “Born to be Wild” ein leichter Witz gegenüber was uns heute vors Auto geflogen ist
. Es war jedenfalls eine sehr entspannte Fahrt (zumindest für mich
) und Sandra konnte mal “ganz entspannt durch die Pampa heizen” (140 wo 110 erlaubt ist, aber die Sherrifs, zur Abwechslung mal nicht wegen Obst unterwegs, waren nicht zu sehen).
Fotos werden hochgeladen, wenn Internet wieder schneller ist.
So, oder so ähnlich wird man schon weit vor der Landesgrenze von Victoria nach South Australia begrüßt. Und dann fragt man sich, kommen jetzt die Obst-Sherrifs und beschlagnahmen unsere geschmuggelten Orangen? Es lagen auch ungewöhnlich viele Früchte am Straßenrand vom ersten Schild bis hin zur Grenze, die Gefahr war also akut!
Aber bis dahin war es doch ein weiter Weg.
Der Besuch aus Deutschland ist eingetroffen und durfte mich schon seit Melbourne durch ganz Victoria bis nach Adelaide herumkutschieren. Der Linksverkehr war jedoch das geringere Problem. Die größte Umstellung war die Position des Blinkers, der jetzt auf der rechten Seite liegt und beim Abbiegen daher immernoch oft der Scheibenwischer angeht.
Kurz nach Melbourne sind wir zunächst die Great Ocean Road entlang der Küste gefahren, die auf der Strecke von Melbourne nach Adelaide wohl der interessanteste Abschnitt ist. Da es stellenweise auch sehr bewölkt und windig war, waren einige Küstenabschnitte sehr imposant:
Riesen Klippen die in der Entfernung langsam im Dunst des aufpeitschenden Meeres verschwinden, riesen Wellen und ein menschenleerer Strand.

Für die Touristen, die es bis dahin immernoch nicht bemerkt haben gibt es auch alle paar km nette Hinweisschilder, dass in Australien auf der linken Seite gefahren wird.

Entlang der Strecke bis nach Kingston, South Australia ist die Küste gut mit Ferienorten befüllt. Kein Wunder, denn das Wasser, auch wenn es recht kalt ist, ist glas klar und es gibt einsame Strände (wohl weil es noch außerhalb der Saison ist) und viele National Parks mit dem Marine NP und den 12 Aposteln (von denen es nur noch 8 gibt) als einer der Höhepunkte. Aber Achtung, wie in der Stadt ist auch hier 5 Uhr Nachmittags eine magische Zeit. Das haben wir mitbekommen müssen, als wir einen Umweg zum Otway NP Leuchtturm gefahren sind, der dann schon weiträumig abgesperrt wurde und man ihn nach 5 Uhr nichtmal sehen konnte (und die Küste an der Stelle dann auch nicht). Nun stand die schwere Entscheidung an aus Rache an den Zaun zu pinkeln, doch Sandras Vorschlag habe ich dann doch netterweise abgelehnt (Der Zaun hätte ja auch elektrisch aufgeladen sein können, wegen der Tiere versteht sich und nicht wegen der bösen Touristen, die gegen den Zaun pinkeln wollen). Auf der Strecke von Kingston nach Adelaide haben wir dann auch das erste mal erfahren, wie es sein muss, wenn man durchs Outback fährt. Alle paar Kilometer mal ein Auto und sonst nichts als Landschaft und ein paar kleinere Ortschaften (ein Diner und 2 Häuser).

So und nun die wichtige Frage nach Wildlife … Es gibt unzählige Schilder die auf Kangaroos hinweisen, doch das erste Roo, das wir gesehen haben war fern ab eines solchen Warnschilder … und tot. Ein Wink des Schicksals?
Aber einige 100 Meter danach konnten wir auch noch lebendige Genossen sehen, beim Versuch die Straße zu überqueren, was auch die Emus den lieben langen Tag auch gerne machen. Da es nur eine Sandstraße zu einem entlegenen Gasthof war blieb uns schlimmeres erspart und Sandra ist mit dem Schreck davon gekommen. Der einzige wilde Koala war noch am Straßenrand der Great Ocean Road zu sehen, jedoch lebendig, am wandern. Eine spärliche Ausbeute also gibts hoffentlich auf der Strecke nach Sydney etwas mehr zu sehen.
Übrigens … Als wir die Grenze zu South Australia überschritten haben waren wir gleich eine halbe Stunde jünger … wunderbar.
Nach dem 4:0 (das ich bisschen über das Internet verfolg hatte) habe ich heute nun auch das Fußballtraining überlebt
. Erst wollten sie mich nicht mitspielen lassen aber durch meine deutschliche Überredungskunst (die sind nicht so groß) durfte ich dann doch ran
.
Denen ist das schon etwas peinlich (nicht mir gegenüber sondern allgemein) und ein bisschen fokussieren sich alle auf die unglückliche rote Karte; aber was solls, wenigstens haben sich die Neuseeländer nicht ganz so blamiert und ein Unentschieden raus geholt, was ja als historisch gilt, weil sie ja sonst immer alles verloren hatten.
Auf dem Weg nach Hause vom Training bin ich auch dem ersten Ungeheuer begegnet
. Nachdem ich das Rascheln im Baum als Katze bewertet hatte kletterte auf einmal ein dunkler Schatten kopfüber die Stromoberleitung entlang. Brett – ein waschechter Aussie, der in Deutschland aufgewachsen ist – meinte es wär ein Possum, dem buschigen schwanz zu urteilen sicherlich ein Kusus.
Ich bin entzückt
Gestern abend habe ich das erste mal wilde Pinguine gesehen. Die schwimmen sogar bis nach Melbourne.
Größere Kartenansicht
An dieser künstlichen Insel, die wohl als Schutz vor Wellen für den Yachthafen dient, sind sie spät Abends gelandet und haben sie in ihren Besitz genommen. Wenn da nicht die Masse an Touristen (jetzt habe ich mich geoutet) wäre. Leider konnte ich keine vernünftigen Fotos davon machen, denn es war schon sehr dunkel und Blitzen ist verboten, weil Pinguine davon erblinden können. Ich habe auch verpeilt, dass ich an meiner Kamera die Lichtempfindlichkeit hoch stellen kann
, also jetzt mal Augen schließen und sich einen Pinguin vorstellen.
Süß, oder? Soll ja einige geben die sich jetzt mit sicherheit den Tux (den Linux Pinguin) vorgestellt haben
.
Aber dafür habe ich paar andere Fotos gemacht, denn ich war mit Mehmet und einigen anderen Bekannten, die er wiederum aus seinem Hostel kennt, vorher am Strand und haben danach BBQ gemacht. In Melbourne (sicher auch in anderen australischen Städten, ich werde davon sicher mal berichten
) gibt es in vielen Parks freie BBQ Geräte. In Australien wird nicht, wie in Deutschland, mit Holzkohle, sondern auf einer mit Strom betriebenen, heissen Platte gegrillt. Eigentlich eher eine stationäre Bratpfanne. Und da BBQ des Australiers liebste Beschäftigung ist gibt es Gerät und Strom kostenlos.
Das Wetter hat sich glücklicherweise auch wieder etwas gewandelt, diese Woche soll es wieder schöner sein (bis jetzt wars das auch).
… oder auch Tag der Koalaärsche hintern (”A Butt Day”).
Bei der kleinen Reise nach Philip Island fühlte ich mich schon wieder wie ein Tourist. Fehlten nurnoch die Sandalen, Kniestrümpfe, Sonnencremeüberschuss auf der Nase und ne schicke, kurze Hose und dann sogar wie ein deutscher Tourist (Kamera hatte ich ja dabei), denn es meldeten sich so einige Studenten für diesen Ausflug an und waren für andere kaum zu ignorieren.
Den Anfang überfliege ich mal: Erst waren wir auf einer kleinen Schau-Farm auf Churchill Island, nichts besonderes, paar schöne Vögel konnte man sehen und einen schönen Ausblick auf das “Festland” hatten wir auch.
Der interessante Teil war dann der Besuch im Koala Reservat. Bis man dort aber mal ein Koala (bei meiner Sehstärke) scharf erblicken konnte verging so einige Zeit, denn alle hingen in den Bäumen und zeigten nur ihre Hinterteile.
Bis dann mal endlich einer aus dem Tiefschlaf erwachte und so laaaangsaaam vom Baum kroch.
Als dann andere Besucher des Reservats davon Wind bekamen entwickelte sich das ganze wie eine Geschichte aus Hollywood: Eine rasante Verfolgungsjagt; unzählige Paparazzi verfolgen Koala Spears über den Holzway, bis Frau Spears die Beherrschung verlor und einem Paparazzi eins über die Rübe zog und in eine andere Villa verschwand … oder so ähnlich.

Das war aber dann auch der einzige Koala, der sich mal irgendwie bewegt hat (ausgenommen beim Gähnen oder Strecken).
Und nun zum ultimativen Vergleich, Koala vs. Wombat:
klick für einen Wombat bei Twitpic
dort gewinnt eindeutig der Wombat!
Mehr Fotos vom Ausflug, von Ausblicken und Koalapopos im Melbourne Album ganz hinten.
Noch ein kleines Video von Koala Spears (leider etwas zu früh abgebrochen mit filmen):
Da bei mir bald der graue Alltag anfängt wird es sicher noch etwas dauern bis ich echte, wilde australische Tiere erleben kann. Daher möchte ich erstmal auf ein anderes Blog (www.kiwispotting.de) verweisen von 2 sehr netten Menschen (einem Rechtsverdreher und seiner Freundin), die zzt so eine Art Weltreise machen (USA wurde anscheinend irgendwie verpeilt). Im letzten Eintrag geht es um die niedlichsten Geschöpfe, seit es das Fell gibt, den Wombats. Ob die Wombats aber wirklich niedlicher sind, als Koalas werde ich vielleicht morgen, am Freitag herausfinden, denn dann gehts auf eine kleine Tour auf die von Melbourne nahe gelegene Insel (130km nur) Churchill Island und danach ins Städtchen Cowes.
In dem Blog der beiden Weltreiser gibt es aber auch schon aus Früheren Begegnungen Einträge über Wombats. Sehr interessant auch, was man alles aus deren Sch***e machen kann (da noch in englisch): klick für Teil 1 – klick für Teil 2



