lieven
31.10.2010

Gefühlt ist das Oktoberfest mindestens in den Top 5 der meist gefeierten Feste – zumindest in Melbourne – gleich nach Weihnachten und dem Nationalfeiertag. Aber das ist auch eine recht gute Mischung, denn Australier lieben es “zu feiern” und wenn sie mal durch Europa reisen sind sie meistens auch auf dem (echten) Oktoberfest. Oder wer kennt das nicht in Berlin, Simon-Dach-Straße, Samstag Nacht, eine Horde gröhlender Betrunkene kommt einem entgegen … und sie sprechen Englisch. Ob sie nun von der kleinen oder großen Insel kommen ist egal, denn in den Augen der meisten Engländer als auch Australier ist Deutschland u.a. auch das Land des Alkohols/Biers. Das wird hier auch sehr gerne gefeiert, auch wenn man Abends mit einem knallroten Kopf in die Übung hereinstolpert.
Australier ziehen sich dann gerne auch wie ein Bayer an, oder so ähnlich. Meistens sieht das dann eher aus wie Robin Hood oder Peter Pan … oder irgendetwas dazwischen ;)
Deutsches Essen gibt es oft auch, zwar nicht gerade eine Haxe aber dennoch “australisierte” Bratwurst (mit Zwiebeln oder Sauerkraut – ja wir heissen ja nicht umsonst “Krauts” ;) ) Kartoffelpuffer oder Leberkäse in “Kaiserroll” (Kaisersemmel). Und das aller wichtigste: deutsches Bier ;)
Prost!

lieven
23.06.2010

Die meisten Leute hier in Australien haben mächtige Schwierigkeiten mit meinem Namen. Schon in Deutschland gab es viele Versprecher, wie “Levien”, “Levi” (so werde ich heute noch von einigen genannt ;) ), “Liehfenn” oder “Leiwen” was mit der Zeit gerade bei neuen Bekanntschaften normal war, damit bin ich ja aufgewachsen :P . Aber mein Vorname macht den Leuten hier keine Probleme, sondern der Nachname, denn die meisten sind es gewohnt ungewöhnliche Vornamen aussprechen zu müssen … so ungewöhnlich, dass sich manche Chinesen westliche Ersatzvornamen geben, damit sich die Leute den Namen besser merken können (deswegen heisst jeder 3. Chinese hier William) oder so lang, dass so Mancher aus Sri Lanka Probleme bekommt seinen Vor- und Nachnamen in ein handelsübliches Formular unterzubringen. Ich kenne nun aus dem Fußball und dem Studium Leute aus über 20 Nationen, da kommt ein Lieven schon ganz normal rüber.
Bedingt durch die englische Ausprache, haben es bisher die wenigsten geschafft “Sauerwald” vernünftig auszusprechen. Nur mit viel Übung geht das anscheinend :P . Das Lustigste ist immernoch, wenn ich Anrufe von meinem Mobilfunkbetreiber bekomme und die Person den Namen nur geschrieben sieht. Dann heiss ich nämlich Mr. “Souwuol”. Vielleicht sollt ich es wie die Chinesen machen und mir einen Ersatznamen suchen, sowas wie Smith :P

lieven
31.03.2010

Sonntag war ja leider kein erfolgreicher Tag für die Deutschen. Und ich hab nicht einen vernünftigen Crash live miterlebt, dabei habe ich mich mit Leonardo gleich hinter der ersten Kurve platziert (falls ihr mich gesehen habt, der mit den blonden Haaren ;) ), aber anscheinend hätte ich davor stehen sollen. Naja laut war es auf jeden fall und eine Menge zu sehen gabs auch, denn das war keine reine F1 Veranstaltung sondern es fuhren noch einige andere Leute Rennen.

Formel 4, V8 Supercars (ähnlich wie DTM?) mit einer Menge Holdens (das australische Opel) und Fords und noch paar andere Rennen, die ich aber nicht so mitbekommen habe. Von der Lautstärke her hat jedoch F1 alle übertroffen. Naja eigentlich fast alle, denn einen Kampfjet gabs neben anderen Flugeinlagen auch zu sehen. Leo meinte aber das zeigen die jedes Jahr (er war das letzte Jahr schonmal da). Am Ende ist er (der Jet) senkrecht in den Himmel geflogen, über die Wolken, von denen es ja eine Menge gab, und ist nicht mehr wieder gekommen. Sicherlich zum Mutterschiff geflogen.

“Bier” gabs jedenfalls auch und echte deutsche Bratwurst, oder Bratwurst wie aus Deutschland. Denn von den tausenden deutschen, die nach Melbourne ausgewandert (geflohen) sind war auch ein Fleischer dabei, der hier ein Geschäft aufgemacht hat und jedes Jahr einen Stand im Albert Part bei der Formel 1 hat.
Somit hat Leo die erste echte Bratwurst seines Lebens mit deutschem Senf gegessen. Komischerweise machen sich viele Australier noch Sauerkraut und/oder Zwiebeln auf die Wurst. Scheint für sie extrem original deutsch zu sein. Habe ich zumindest noch nie in Deutschland gesehen. In Australien kann man aber so die Deutschen erkennen, denn keiner von denen die vor mir Standen hat sich sowas auf die Wurst schmieren lassen ;) .

Am Ende des Rennens wollten dann alle auf einmal auf die Strecke, um zur Siegerehrung zu rennen. Doch wie 90% der anderen Besucher habe ich nurnoch ein leeres Podium erblicken können, denn mit Ehrung und Champagnerdusche waren die schneller fertig, als ein Tennisspieler in der Besenkammer. In den Boxen konnte man danach noch den ein oder anderen Fahrer sehen, wenn man den gute Augen hätte. Am Abend gab es dann noch ein Konzert von einer Band die ich nicht kannte aber es reichte um mit paar Bekannten auf der Wiese zu sitzen und über europäischen Fußball zu reden.

(leider konnte ich nicht so viele Fotos vom Rennen schießen, weil die Autos zu schnell waren. Bremsen wollte auch keiner)

An die Kommentatoren und Kommentatorinnen vom letzten Beitrag:
Ich habe nie gezwinkert, als Schumi kam! Aber eine Deutschlandfahne hatte ich leider nicht, und beim Rennen hat die sage und schreibe 25$ gekostet (bei < 1$ Produktionskosten).
Grüße konnt ich auch keine abschicken, weil es schwer war in Sekundenbruchteilen einen ganzen Satz unterzubringen. Und verstanden hätte er mich auch nicht bei “Schö” “ne” “grü” “ße” “aus” “schla” “nd”. Wäre jedenfalls sehr schwer gewesen. Nächstes mal mal ich ihm ein Plakat und such mir nen kreischendes Groupie damit Schumi das mitbekommt.